«Aus der Neo-Welt»

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Von Der Kritik Zur Tat

Eine Tastatur auf der Grundlage der Kritik

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Hat man sich einerseits zu der Gruppe bekannt, die an Blindtippen interessiert ist, aus beruflichen, gesundheitlichen oder anderen Gründen, und zweifelt man daran, dass die Standardtastatur die einzig wahre Lösung ist, meldet sich bald die Lust zu versuchen, es besser zu machen.

Schauen wir uns einen Versuch an von Erfindern, die in Internet namentlich genannt werden und für ihre Erfindung prämiiert wurden:

Man hat die Kritik der vorherigen Seiten ernst genommen. Wo kommt das E hin? Das E ist der wichtigste Buchstabe des ganzen Alphabets, wie wir gesehen haben, 16,2% aller Anschläge fallen auf dieser Taste. Den Buchstaben tun wir auf den wichtigsten Finger des Körpers, nämlich den rechten Zeigefinger. Mit einem Schlag haben wir 16,2% aller Anschläge auf der Grundstellung.

Der zweithäufigste Buchstabe N kommt auf den möglicherweise zweitwichtigsten Finger des Körpers - den linken Zeigefinger. Gut, man hätte es auch anders machen können, aber diese Erfinder haben es eben so gemacht. Damit haben wir schon 26% aller Anschläge auf der Grundlinie. Es geht ja gut voran!

Der dritthäufigste, I, kommt auch auf die Grundlinie, wenn auch nicht in die Grundstellung.

Der vierthäufigste, R, kommt auf die obere Zeile. Man hatte sich überlegt, ihn neben E zu legen, hätte dann aber lieber eine Handwechsel. Dann kommt das R auf die linke Hand. Seltsamerweise nicht auf die Grundstellung.

Wir sehen aber, dass man durchaus auf die Schwächen der Standardtastatur geachtet hat. Die häufigen Buchstabenpaare gehen alle problemlos zu tippen. DR, GT, UN, TR und so weiter sind nicht mehr schwierig. Man hat alle Kritikpunkte der Standardtastatur beachtet.

So verfährt man die ganze Tastatur durch, nach vernünftigen und sinnvollen Überlegungen, und irgendwann ist die ganze Tastaturbelegung fertig und wird folglich auch prämiiert. Manch einer wird sich gefragt haben, warum es so lange dauern musste, bevor endlich jemand das Problem auf vernünftiger Weise angepackt hat.

Andere Beispiele

Es gibt aber auch andere Versuche, eine Tastatur besonders für die deutsche Sprache zu entwerfen. Diese ist unter dem Namen Neo veröffentlicht worden:

Auch hier finden wir E auf dem einen Zeigefinger und N auf dem anderen. Auch hier sind die häufigen Buchstabenpaare leicht zu tippen. DR, GT, UN und so weiter sind auch hier kein Problem. Man hat sich ähnliche Gedanken wie bei dem obigen Versuch gemacht.

Es gibt noch weitere Beispiele zu Versuche, Tastaturen zu entwickeln, die besondere Eigenschaften haben sollen.

Wie wir selber vorgegangen sind

Jede Anordnung der Tasten zu einer Tastaturbelegung wird mit einer einzigen Gesamtnote bewertet.

Berücksichtigt werden Vorgaben von Dvorak in 1932, wo es heißt, dass viele Handwechsel gut sind, die Benutzung des gleichen Fingers zweimal hintereinander schlecht ist und so weiter.

Die Gesamtnote wird nach dem gleichen System erteilt, wie man es bei Stiftung Warentest macht: so viel Prozent für diese Eigenschaft, so viel für diese und so weiter. Am Ende kommt eine Zahl heraus - 2,2 oder 4,3 oder etwas anderes.

Mit hilfe eines Optimierprogramms werden die Buchstaben nach reinem Zufall auf der Tastatur verteilt. Die Zufallstastatur wird bewertet und bekommt eine Note. Nun tauscht man zwei zufälligen Buchstaben in der Tastatur um. Danach wird die Tastatur wieder bewertet. Erhält sie eine bessere Note als vorher, dann wird die Alte verworfen und mit der Neuen weiter gearbeitet. War die Alte besser, dann wird diese behalten. Nun tauscht man zwei anderen Buchstaben um. Und so wird immer weiter getauscht, bis keine Verbesserung mehr möglich mehr ist, egal, welche Buchstaben man nun tauscht.

Das Optimierprogramm ist Open Source und Freeware und von uns erhältlich. Wenn Sie wollen, können Sie selber einpaar Tastaturen damit nach eigenen Vorgaben entwerfen.

Die Entscheidung dafür, welche Eigenschaften wichtig sind und welche nicht und das Ausprobieren neuer Tastaturbelegungen sind seit Ende 2009 Gegenstand ausführlichster Erörterungen unter Tastaturinteressierten. Im Augenblick findet der Austausch in einer Diskussionsgruppe statt, wo alle Interessierten herzlich eingeladen sind, mitzumachen.

Die hier vorgestellte Tastaturbelegung "Aus der Neo-Welt" ist seit 2010 nahezu unverändert geblieben, obwohl eine ganze Reihe Abwandlungen davon entwickelt worden sind. Aus diesem Grund soll sie hier vordergründig erörtert werden und auf getrennten Seiten all die Änderungsvorschlage, die sich mehr oder weniger bewährt haben.

Wir interessieren uns für die Reihenfolge der Buchstaben. Die Anbringung weiterer Zeichen auf der Tastatur, wie etwa mathematische Symbole, griechische Buchstaben und so weiter ist nicht Gegenstand der Entwicklungsarbeit in dieser Gruppe. Wer sich für so etwas interessiert, wird auf Neo verwiesen.